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Für dich soll's rote Nasen regnen (Kolumne in der Mainzer Rhein-Zeitung vom 20. Februar 2012)
„De Zoch kütt!“, zu Deutsch: „de Zuuch kimmt“. Schon als Kind hab‘ ich
gelernt, dass das kein Warnruf am unbeschrankten Bahnübergang ist,
sondern einen Fastnachtsumzug ankündigt, den man in meinem
Migrationshintergrundgebiet „Karnevalszug“ nannte. Besonders ekstatisch
war der Ruf bei der Mutter aller Umzüge, dem Rosenmontagszug. Hier
flogen riesige Mengen Kamelle (Süßwaren) und Strüßjer (Blumensträuße)
und es roch nach Kölsch (Biersorte) und Päädäppel (Verdauungsprodukte
von Pferden). Heute ist es wieder so weit: Der Rosenmontagszug wälzt sich durch Mainz,
Köln und, man muss es leider sagen, Düsseldorf. Es gibt verschiedene
Theorien darüber, wie der Name Rosenmontag entstanden ist. Manche
behaupten, eine vom Papst im 11. Jahrhundert geweihte goldene Rose habe
Pate gestanden, andere sagen, er leite sich von Kölsch „rosen“ für
„rasen“ ab. Eine dritte Gruppe ist überzeugt, der Name leite sich von
den rosafarbenen Gewändern ab, die die Priester im Mittelalter an einem
Sonntag mitten in der Fastenzeit getragen haben. Das würde im übrigen
die Ähnlichkeiten zwischen dem Rosenmontag und dem Christoper Street Day
erklären. ......
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Zeichnung: Klaus Wilinski
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